Abenteuer im Sturm
 
 
 
 
 
 
Dorothee Schröder
image.pngErschienen im novum pro Verlag
 


Impressum
 
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© 2010 novum publishing gmbh
 
ISBN Printausgabe: 978-3-99003-107-0
ISBN e-book: 978-3-99003-665-5
Lektorat: Mag. phil. Tamara Barmüller
 
Gedruckt in der Europäischen Union auf umweltfreundlichem, chlor- und säurefrei gebleichtem -Papier.
 
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Rieke
 
 
Rieke war acht. Sie lebte mit ihren Eltern in einem roten Haus mit Reetdach auf einer Insel mitten in der Nordsee. In der oberen Etage vermieteten ihre Eltern eine Ferienwohnung. „Ferienwohnung Johannsen“ stand auf einem weißen Schild neben dem Gartentor, denn Rieke und ihre Eltern hießen mit Nachnamen Johannsen.
Rieke hatte keine Geschwister. Aber den ganzen Sommer über waren Gäste da und oft auch in den Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien. So war eigentlich immer etwas los. Meistens waren Kinder dabei, und mit denen konnte man schon mal etwas unternehmen, wenn es nicht gerade so eingebildete Schnösel waren.
Aber die konnte sie ja links liegenlassen. Schließlich war sie nicht auf sie angewiesen. Denn da war immer noch Hannes. Und an den kam eh keiner heran.
Hannes Petersen war Riekes bester Freund. Von Anfang an sozusagen.
Er wohnte nebenan auf einem Bauernhof. Rieke und er gingen in dieselbe Klasse. Nachmittags, nach den Hausaufgaben, spielten sie meistens zusammen.
Rieke wäre gern Pippi Langstrumpf gewesen. Sie sah auch ein bisschen so aus, denn sie hatte rote Haare und Sommersprossen. Aber sie mochte keine Zöpfe. Meistens trug sie einen Pferdeschwanz. Sie hätte auch gern ein Äffchen gehabt, aber ihre Eltern meinten, das ginge nun wirklich nicht. Dafür hatte sie eine Katze.
Die war schwarz-weiß gefleckt und hieß Berta. Hannes meinte, mit Herrn Nilsson könne Berta es auf jeden Fall aufnehmen, denn sie war mindestens genauso flink und geschickt wie er und mit Sicherheit viel schlauer. Rieke hatte ein blaues Fahrrad mit einem Körbchen am Lenker, und wenn sie mit Hannes über die Insel sauste, fuhr Berta oft im Körbchen mit.
 
 
 
 
Eine Ferienüberraschung
 
 
Eines Tages, es war der letzte Schultag vor den Herbstferien, sagte Riekes Mutter beim Mittagessen: „Hör mal, Rieke, Papa und ich müssen für vier Tage aufs Festland. Du kannst so lange bei Hannes bleiben …“ Weiter kam sie nicht.
„Super!“, brüllte Rieke und fragte dann sofort: „Könnt ihr nicht länger bleiben?“
Ihre Mutter lachte. „Ich glaube, Katharina wird froh sein, wenn die vier Tage um sind.“ Katharina war Hannes’ Mutter.
Riekes Eltern wollten nachmittags um vier das Schiff nehmen, und so kam es, dass Rieke nach dem Mittagessen ihre Siebensachen packte und mit ihrem Rucksack und dem blauen Fahrrad zu Hannes zog. Berta kam natürlich auch mit.
Hannes hatte sein Zimmer ein bisschen aufgeräumt, gerade soviel, dass genug Platz war für Riekes Luftmatratze. Rieke warf ihren Schlafsack auf die Luftmat-ratze und legte ihre Sachen in eine Ecke, dann liefen sie nach draußen. Sie wollten sich gerade auf die Fahrräder schwingen, als Hannes’ Mutter sie rief. „Hannes und Rieke, ihr könnt euch bitte mal die Körbe holen und die Äpfel im Obstgarten aufsammeln! Wir kriegen schlechtes Wetter, da muss das Obst rein.“ Bevor die beiden protestieren konnten, fügte sie hinzu: „Dann gibt es heute abend auch Apfelpfannkuchen.“ Damit hatte sie die beiden gewonnen. Sie holten die Körbe aus dem Schuppen hinter dem Haus und rannten zur Obstwiese. Zu zweit machte das Äpfelsammeln sogar Spaß. Als die Körbe voll waren, schleppten sie sie zusammen zur Küchentür, die auf den Hof hinausging. Hannes’ Mutter würde sie dann später hereinholen. Danach fuhren sie mit den Rädern los.