9783981476354_ebook1.jpg

Im Club der Lust

Erotik über SM - Fetisch Parties

erotische Erzählungen von

Irena Böttcher

Cover: © Andrey_Arkusha - Fotolia.com

Cover-Design: Stephan Krüger - Audiosell-Verlag

© 2012 by Audiosell Verlag - All rights reserved

1. Auflage Februar 2012, ungekürzte Originalausgabe

ISBN 9783981476354

www.audiosell-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

1. BDSM Lust

2. Cinderella in Leder

3. Kinder der Nacht

4. Latexlust

5. eBooks vom Audiosell Verlag

BDSM Lust

Er fühlte schmerzhaft den Ruck an seinem Schwanz, als die Hand seiner Herrin, scheinbar unschuldig über seinem Arsch auf dem Bund seiner schwarzen Jeans ruhend, heftig an dem Nylonfaden riss, der durch seinen Schritt lief und unterhalb seiner Eichel mit einer Schlinge verankert war. Bei der zuckenden Bewegung, die ihm vorkam, als wolle ihm jemand die Spitze seines Schwanzes abschneiden, flatterte ihm der 20 Euro Schein beinahe aus der Hand. Doch er fing ihn wieder auf und legte ihn wortlos auf den kleinen klapprigen Tisch, der im Eingang zum „Club der Lust“ stand, mit einer etwas zerbeulten grünen Metallkassette darauf, in der sich Wechselgeld befand, und mit einem Stapel Tickets zum Abreißen sowie einem Stempel auf einem im trüben Licht leicht violett schimmernden offenen Stempelkissen.

Hinter dem Tisch saß auf einem orangefarbenen Klappstuhl, wie ihn Jäger und Angler haben, eine junge Dame, die ohne jede Veränderung in jedem Film das Mauerblümchen hätte spielen können. Strähnige mausbraune Haare waren achtlos zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst, eine schwere graue Strickjacke hüllte ihren Oberkörper ein, und dort, wo sich keine grauen Maschen fanden, fanden sich braune Maschen von einem voluminösen Schal, den sie um den Hals geschlungen hatte. Die schwarzen Nylons an ihren etwas zu fülligen Schenkeln und die hochhackigen Sandaletten mit dem Lederriemen um die Fußgelenke hätten unter diesen Umständen deplatziert gewirkt, hätte man sie gesehen, doch sie waren unter dem Tisch verborgen.

Sie nahm, ebenso wortlos, das Geld, steckte es in die Kassette, riss zwei Tickets ab, drückte dem Sklaven und seiner Herrin den Stempel auf die Hand. „Viel Spaß“, sagte sie monoton wie ein Sprechautomat und wandte sich dem nächsten Besucher zu.

Etwa eine halbe Stunde später war der stetige Strom an Gästen auf der Suche nach der vom Club versprochenen Lust, an diesem Abend ausdrücklich der Sadomaso Lust, am Versiegen. Die Dame vorne rief eine junge Freundin herbei, die etwaige späte Besucher noch hereinlassen und den Eingang überwachen sollte. Dann klapperte sie auf ihren Sandaletten in Richtung einer Tür mit dem Schild „Privat“ darauf davon.

Bei der jungen Dame, die wenige Minuten später aus dem Zimmer wieder herauskam, hätte man zweimal hinschauen müssen, um die Frau zu erkennen, die hineingegangen war. Die mausbraunen Haare waren verschwunden. Stattdessen umrahmte ein rötlich-brauner Pagenkopf ihr Gesicht, in den sie ein weißes Spitzenhäubchen gesteckt hatte, das halbmondförmig, fast wie ein Diadem wirkte. Anstelle der großmütterlichen grauen Strickjacke trug sie ein schlichtes, tief ausgeschnittenes schwarzes Wollkleid, das unterhalb ihrer großen Brüste verlief und darüber ein Leibchen aus weißer Spitze zeigte, oben mit einem schwarzen Satinband zusammengerafft. Ein weiteres, breiteres schwarzes Satinband schmückte wie ein Reif ihren Hals, mit der Schleife auf der Seite. In der Taille legte sich ein weißes Band wie ein Gürtel um ihre Figur und bedeckte als Schürzchen, ebenfalls aus weißer Spitze, einen Teil des Rockes, der ihr etwa 20 Zentimeter über die Oberschenkel reichte und unten durch einen gekräuselten weißen Petticoat schirmförmig nach oben gedrückt wurde.

Mit raschen Schritten begab die junge Dame im Zofen Outfit sich eine Treppe hoch und betrat einen weiteren Raum, der wie eine Empore frei über dem Clubraum schwebte, mit einem Geländer versehen wie ein Balkon.

Dort stand bereits die Domina, die den jungen Sklaven beim Bezahlen am Eingang so unsanft abgelenkt hatte. Anders als man das meistens von einer Domina erwartet, trug sie weder Lack noch Leder und auch kein Latex, sondern ein elegantes Abendkleid aus schwarzem Lycra, mit glitzernden silbernen Fäden durchwirkt. Das Lycra schmiegte sich an ihren vollendeten Körper, am Hals beginnend mit einem hohen Kragen und direkt über den Füßen in Schnürstiefeln glatt und eng endend. Das Lycra Kleid hatte kurze Arme, die aber nach einem kurzen Stück blasser, makelloser Haut sofort in Abendhandschuhe aus rotem Satin übergingen. Der Clou am Kleid war der Schlitz, hinten über den Schuhen beginnend und bis fast hoch zur Arschkerbe reichend, der schimmernde hellgraue Nylons und, davon einmal abgesehen, perfekt geformte Schenkel frei gab.