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W. E. Bowman

Die

Besteigung

des

RUM

DOODLE

Mit einem Vorwort von Bill Bryson

Aus dem Englischen übersetzt von

Wolfgang Colden und Michael Hein

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1. Auflage, März 2013

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der mechanischen, elektronischen oder fotografischen Vervielfältigung, der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, des Nachdrucks in Zeitschriften oder Zeitungen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung oder Dramatisierung, der Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen oder Internet, auch einzelner Text- und Bildteile.

Umschlaggestaltung: Chrish Klose/Wednesday Paper Works

Inhalt

Einleitung von Bill Bryson

Geleitwort

Zum Geleit

  1  Die Mannschaft

  2  Der Plan

  3  Zum Rankling La

  4  Der Gletscher

  5  Das Basislager

  6  Erster Angriff auf die Nordwand

  7  Die Nordwand bezwungen

  8  Von der vorgeschobenen Basis zum Lager 2

  9  Das verschwundene Lager

10  Höher als der Everest

11  Noch höher

12  Nicht hoch genug

13  Geschafft!

14  Die Rückkehr der Gipfelmannschaft

15  Abschied vom Rum Doodle

Nachwort von Andreas Lesti

Für George und Margot

Mit diesen Buch wird keinerlei Kritik an irgendeinem Bergsteigerbuch oder irgendeiner Methode des Bergsteigens und auch keinerlei Anspielung auf Bergsteiger aus der Vergangenheit oder Gegenwart beabsichtigt.

Einleitung von Bill Bryson

Vor vielen Jahren, in den Tagen, ehe mein Haar begann, von meinem Kopf zu verschwinden und sich ein geschützteres Dasein in meinen Ohren und Nasenlöchern zu suchen, verbrachte ich meine Nachmittage und frühen Abende als Redakteur des Wirtschaftsteils der Times.

Die Arbeit war unproblematisch, und zu den weiteren Vorzügen des Jobs zählten Kantinenmahlzeiten, deren Wert im Wesentlichen darin bestand, dass sie keinerlei Auswirkungen auf den normalen Stoffwechsel zu haben schienen, das Recht auf eine kleine, jeden Monat in bar ausgezahlte Erstattung von gänzlich fiktiven Spesen (die nichtsdestoweniger gewissenhaft und erfinderisch auf einem länglichen Abrechnungszettel aufgelistet wurden) und die Gelegenheit, zwei- bis dreimal im Jahr Philip Howard dabei zu helfen, seinen Schreibtisch wiederzufinden, indem man ihm ein paar der zigtausend Bücher abkaufte, die seine Redaktion in den Monaten zuvor als Rezensionsexemplare erhalten hatte, die aber nicht in die engere Wahl gekommen waren, oft genug, weil sie sehr schlecht waren und niemanden im Geringsten interessierten. Die verkaufte Howard nun zu Schleuderpreisen an dankbare Mitarbeiter und spendete den Erlös wohltätigen Organisationen.

Da diese Verkäufe im Allgemeinen zwischen drei und vier Uhr nachmittags veranstaltet wurden – eine Zeit, zu der die meisten Reporter noch beim Mittagessen waren –, blieben die Redakteure dabei praktisch unter sich. Es passiert nicht oft, dass ein Redakteur Anzeichen plötzlichen Elans erkennen lässt, ja sich überhaupt bewegt, aber die Ankündigung eines solchen Bücherverkaufs hatte stets eine elektrisierende Wirkung auf das Redaktionsbüro. Es dauerte keine Minute, und 60 oder mehr Arbeitstiere mit tintenverschmierten Fingern drängten sich in Herrn Howards bescheidenem Heiligtum und wühlten sich mit einem mitunter beinahe unanständigen Eifer durch die Stapel größtenteils nutzloser Bücher.

Bei einer dieser Gelegenheiten, als ich mich gerade mit einer mageren, hartnäckigen Dame aus der Auslandsredaktion um eine detaillierte Geschichte der japanischen Marinecodes oder etwas dergleichen zankte, fiel mein Blick auf ein dünnes Taschenbuch, dessen Titelbild die Tuschzeichnung eines Bergabenteurers zierte, der bäuchlings im Schnee lag. Der Titel lautete Die Besteigung des Rum Doodle.

Da ich einen Fund witterte, ließ ich vom Dutt der Dame ab und erhob Anspruch auf das Buch. Später am Abend, als ich mich in der Kantine an Schweinepfötchen aus Lancashire oder irgendeiner anderen Köstlichkeit der guten alten englischen Küche labte, schlug ich das Buch auf, und binnen weniger Minuten war mir klar, dass ich etwas Besonderes gefunden hatte.

Es gibt wohl keine Art von Humor, die so schwer über die Länge eines ganzen Buches durchzuhalten ist wie die Parodie, und ich wüsste kein Beispiel, in dem dies mit mehr Gusto bewältigt wird als in Rum Doodle. Erstmals im Jahr 1956 erschienen, erzählt das Buch die Geschichte einer Gruppe wunderbar liebenswürdiger Stümper, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den höchsten Gipfel der Erde zu besteigen, den berühmten, aber selten gesehenen Rum Doodle (40 000 ½ Fuß H.) in der Schneefeste des Himalaja, neben dem mächtigen Rankling La.

Ich liebe dieses Buch einfach. Fast alles daran stimmt: die Namen der Figuren, ihre Eigenarten, ihre Launen und Zänkereien, ihr unvermeidliches Pech bei jeder neuen Herausforderung. Da ist Binder, der freundliche, zähe, zuverlässige Anführer der Truppe, der nie ganz im Bilde ist; da ist Jungle, der Streckenfinder, der sich auf dem Weg zu jedem Treffpunkt verirrt und ständig Entschuldigungstelegramme von den entlegensten und unmöglichsten Orten schickt; da ist Wish, der Wissenschaftler, der die Seereise damit verbringt, seine Ausrüstung zu testen, und dabei ermittelt, dass sich das Schiff auf einer Höhe von 153 Fuß über dem Meer befindet, Constant, der Fachmann für Sprachen, der mit seiner fehlerhaften Grammatik und Aussprache immer wieder den Zorn der 30 000 yogistanischen Träger hervorruft, und schließlich Pong, der furchtbare Koch, dessen Ankunft in jedem Lager die Männer unweigerlich in noch größere Höhen treibt.

Das alles ist reichlich albern, macht einen Riesenspaß und wird auf brillante Weise durchgehalten. Zunächst hatte ich angenommen, dass dies, wie 1066 and All That oder Diary of a Nobody, eines jener Bücher war, die in Großbritannien jeder kannte, auf die ich, Ausländer, der ich war, jedoch erst verspätet gestoßen war. Die Ausgabe, die ich besaß, enthielt keinerlei Information über den Verfasser. Um etwas über seinen Hintergrund zu erfahren und weil ich unbedingt herausfinden wollte, was er sonst noch geschrieben hatte, sprach ich mit Freunden über das Buch und fragte in Buchhandlungen danach, aber weder damals noch in späteren Jahren fand ich jemanden, der Bowman oder sein Buch kannte. Anscheinend war Rum Doodle das lustigste Buch, von dem die Leute nie etwas gehört hatten.

Jahre vergingen. Mein Haar begann seinen langen Abstieg in die verschiedenen Höhlen meines Kopfes, und ich verließ die Times mit neuem Ziel. Rum Doodle begleitete mich bei meinem Umzug von London nach Yorkshire und von dort nach Amerika, aber über seinen Verfasser brachte ich nie etwas in Erfahrung. Erst als ich das Buch 1997 in einer Radiosendung in London erwähnte, erhielt ich einen freundlichen und fröhlichen Brief in eleganter Handschrift. Er stammte von Eva Bowman, der Witwe des Verfassers, und wir begannen einen Briefwechsel. Schließlich traf ich sie und ihren Sohn Ghee, und so erfuhr ich endlich doch ein wenig über die lange und wechselvolle Geschichte eines meiner Lieblingsbücher und des auf seine unspektakuläre Art so geheimnisvollen Mannes, der es geschrieben hatte.

The Ascent of Rum Doodle wurde Anfang 1956 von Max Parrish & Co. zum Preis von 10 Schilling 6 Pence veröffentlicht. Das Buch verursachte nicht gerade einen Wirbel. Beim Northern Dispatch in Darlington wartete man volle zwei Jahre, ehe man ihm eine positive Rezension widmete. In der Bristol Evening Post wurde der Name des Verfassers mit »W. E. Borman« angegeben und ihm rätselhafterweise ein zuvor erschienenes Buch über Fluggesellschaften zugeschrieben. Eine ehrenwerte Rezensentin für Good Housekeeping räumte ein, erst mitten im Buch begriffen zu haben, »dass es als Farce gedacht ist«. Bei den größeren überregionalen Blättern scheint man das Buch nahezu ganz übersehen zu haben. Lob, oft genug überschwängliches Lob, erhielt das Buch hingegen in Publikationen wie The Irish Catholic, The Border Telegraph, The Northern Whig, dem Western Independant, dem Kentish Observer, dem Daily Worker, der Bulawayo Gazette und The Times of India.

Kurzum, obgleich das Buch keineswegs ein Flop war und in mehrere Sprachen übersetzt wurde, gelang es ihm doch nicht, ein breites Publikum zu finden. Auf Rum Doodle folgte 1957 The Cruise of the Talking Fish, eine Parodie auf Thor Heyerdahls Expedition mit der Kon-Tiki, in der erneut Binder als Hauptperson auftrat. Das Buch verkaufte sich nicht so gut. Kurz darauf, während Bowman an einem dritten Buch dieser Reihe arbeitete, geriet Max Parrish & Co. in finanzielle Schwierigkeiten und blieb Bowman einen Teil der ihm zustehenden Tantiemen schuldig. Schließlich musste der Verlag ganz schließen, und Bowmans zwei komische Romane waren fortan nicht mehr lieferbar.

Unterdessen hatte Rum Doodle, ohne dass Bowman etwas davon wusste, unter Bergsteigern und Polarforschern eine treue Fangemeinde gefunden, und seine rätselhaften Fixpunkte und running gags wurden zum Gegenstand wilder Spekulationen, wo immer sich abenteuerlustige Männer trafen. Weshalb zum Beispiel stand die Zahl 153 im Mittelpunkt so vieler Witze im Buch? Vielen galt es als ausgemacht, dass Bowman ein Pseudonym für einen versierten und womöglich bekannten Bergsteiger sein musste. Allgemein herrschte die Überzeugung vor, dass kein Amateur es vermocht hätte, so unvergesslich idiosynkratische Charaktere zu schaffen oder mit einer derart unfehlbaren Leichtigkeit über die Strapazen des Bergsteigens zu schreiben, ohne dabei auf eigene Erfahrungen zurückzugreifen.

Tatsächlich war der Verfasser ein unscheinbarer Bauingenieur aus Guildford, der Großbritannien kaum je verlassen hatte und sich nie an der Besteigung einer größeren Erhebung als dem Sca Fell Pike im Lake District versucht hatte. Beim Wandern im Lake District war ihm die Idee zu Rum Doodle eingefallen. Vorbild dafür war der 1937 erschienene Bericht über Bill Tilmans Expedition ins Nanda-Devi-Schutzgebiet. Und die Zahl 153 leitete sich einfach aus der Adresse seiner Jugend her.

Genauer gesagt war es die Nummer des Hauses in der Borough Road in Middlesborough gewesen, in das Bowman mit seinen Eltern kurz nach seiner Geburt in Scarborough im Jahr 1911 gezogen war. Seine Kindheit scheint glücklich verlaufen zu sein, doch als er fünfzehn war, starb seine Mutter. Zwei Jahre später verlor er auch seinen Vater, woraufhin er dauerhaft von seinen beiden jüngeren Brüdern getrennt wurde. Diese Erfahrungen warfen einen Schatten auf sein Leben, der nie völlig daraus verschwand.

Nach Abschluss der Schule trat Bowman eine Stelle als technischer Zeichner in einem Ingenieurbüro in Middlesborough an; nebenbei entwickelte er eine zwangsläufig auf Lektüre beschränkte Leidenschaft fürs Bergsteigen und wurde zum passionierten Wanderer, der viele glückliche Wochenenden in den Bergen des Lake District verbrachte. (Echte Berge sah er nur ein einziges Mal, auf einer Reise in die Schweiz.) Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der Royal Air Force und arbeitete anschließend von 1947 bis 1950 im International Voluntary Service, um beim Wiederaufbau Deutschlands mitzuhelfen. Im Jahr 1950 dann trat er in eine Londoner Hochbaufirma ein und verbrachte fortan seine Zeit mit Entwürfen für Brücken, Kraftwerke und andere imposante Bauten; seine Abende widmete er dem Schreiben.

Er heiratete spät, nämlich 1958 im Alter von 47 Jahren, und zog mit seiner Frau ins grüne Surrey, wo das Paar zwei Kinder großzog. Dort schloss er auch das dritte Buch seiner Serie um die Hauptfigur Binder ab, das jedoch nie veröffentlicht wurde. Ebenso wenig wie alles Übrige, das er schrieb. In den letzten 25 Jahren seines Lebens malte er und konzentrierte sich auf andere literarische Werke: ernste und heitere Dichtung, ein Buch mit Kurzgeschichten, Polemiken verschiedener Art, eine Abhandlung über den Buchstaben A und – als sein Opus magnum – eine Überarbeitung von Einsteins Relativitätstheorie.

Jahrelang war Rum Doodle entweder vergriffen oder nur in Fachgeschäften für Bergsteiger zu bekommen, in einer Faksimile-Ausgabe, die von einer Sheffielder Firma für Bergsteigerbedarf namens Dark Park herausgebracht worden war. Beinahe 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung erschien schließlich 1983 bei Arrow Head eine Neuausgabe als Taschenbuch. Dem ließ Pimlico 1992 eine Ausgabe von Rum Doodle und Talking Fish als Doppelband folgen. In beiden Fällen waren die Verkaufszahlen nicht berauschend, und abgesehen von einer begeisterten Rezension in der Sunday Times nahm die Presse kaum Notiz davon.

Unterdessen hatte Bowman 1981, also ein Vierteljahrhundert nach Erscheinen des Buches, zu seiner Verblüffung entdeckt, dass in den späten 1950er Jahren Mitglieder der australischen Antarktisexpedition Namen aus seinem Buch verwendet hatten, um damit liebevoll markante geografische Punkte zu bezeichnen, und manche dieser Bezeichnungen hatten es sogar in Karten der Antarktis geschafft. So ist darin seit 1966 der Mount Rumdoodle »(Einw.: 153, Höhe: 153)« offiziell verzeichnet. Bowman hatte nur deshalb davon erfahren, weil er zufällig auf ein Spiel namens The Great Rum Doodle Puzzle gestoßen war, das von einem Teilnehmer an den australischen Expeditionen gestaltet worden war. Ungefähr zu dieser Zeit eröffnete in Katmandu ein Restaurant namens Rum Doodle. Es bietet 250 Gästen Platz und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.

Am 1. Januar 1985 starb Bill Bowman in Guildford im Alter von 73 Jahren. Zwar wurde sein Tod in ein paar Fachzeitschriften für Bergsteiger vermerkt, aber in der überregionalen Presse erschien kein Nachruf auf ihn.

All das kann man sicherlich enttäuschend finden, aber so sehe ich es nicht. Natürlich ist es nicht fair, dass Bowman mit seinem Werk nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden hat, aber das Leben ist eben oft nicht fair. Auf der anderen Seite konnte er mit Befriedigung feststellen – denn das wird er gewusst haben –, dass er einen Klassiker der komischen Literatur geschrieben hatte. Und ebenso muss es ihn mit einiger Befriedigung erfüllt haben zu sehen, wie The Ascent of Rum Doodle eine gewisse Unsterblichkeit erlangt hatte, obwohl das Buch von Pech und Rückschlägen ebenso verfolgt schien wie dessen Held Binder. Immer hat es Menschen gegeben und wird sie immer geben, die dieses Buch abgöttisch lieben – so abgöttisch, dass sie es um die halbe Welt mit sich schleppen und sogar Berge danach benennen.

Und nun ist es wieder da. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies nur die erste von 153 Auflagen ist. Wie dem auch sei, meine Damen und Herren: Es ist mir ein Vergnügen und eine Ehre zugleich, Ihnen das lustigste Buch zu präsentieren, das Sie je lesen werden.

Bill Bryson, 2001

Geleitwort von Sir Hugeley Havering, AISC, MPL, Vorsitzender des Rum- Doodle-Komitees

Mit großem Vergnügen und einem Gefühl der Ehre verbinde ich meinen Namen mit diesem Bericht über die Besteigung des höchsten Berges der Welt. Der Schwierigkeiten waren viele. Sie wurden überwunden durch die Entschlossenheit jedes einzelnen Mitglieds der Expedition, sein Bestes für die gemeinsame Sache zu geben. Kein Lob ist groß genug für diese Männer. Dies ist ein Buch, das von jedem Schuljungen wie auch von allen, denen menschliches Streben und Standhaftigkeit etwas gilt, gelesen und wiedergelesen werden sollte.

Zum Geleit von O. Totter

Es ist ein Vergnügen und eine Ehre, seinen Namen mit diesem Bericht über die Besteigung des höchsten Berges der Welt zu verbinden. Die Hindernisse waren gewaltig. Dass sie überwunden wurden, ist der hartnäckigen Ausdauer zu verdanken, mit der jedes Mitglied der Mannschaft die gemeinsame Sache vorantrieb. Man kann diese Männer gar nicht genug loben. Jeder Schuljunge sollte dieses Buch zweimal lesen und ebenso jeder, der Mut und Unternehmungsgeist in Ehren hält.

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Die Mannschaft

Als das Rum- Doodle-Komitee mich bat, beim Angriff auf den Berg die Führung zu übernehmen, war ich mir der mir zuteilgewordenen Ehre zutiefst bewusst. Den Mont-Blanc über die Grépon-Route zu besteigen ist eine Sache, den Rum Doodle zu besteigen ist, wie Totter einmal gesagt hat, eine völlig andere. Ich zögerte, eine derart große Verantwortung zu übernehmen, und nur das Beharren des Komitees, insbesondere seines Vorsitzenden, Sir Hugeley Havering, veranlasste mich zu einem Sinneswandel.

Gleich eingangs möchte ich hier meine große Wertschätzung für den selbstlosen Einsatz und das gesunde Urteilsvermögen, mit dem das Rum- Doodle-Komitee – und insbesondere sein Vorsitzender – seine Aufgabe erledigte, zu Protokoll geben. Nirgendwo erwies sich die Richtigkeit dieses Urteilsvermögens so deutlich wie bei der Auswahl der Mannschaft. Müsste ich alles noch einmal machen, würde ich dieselben Gefährten wählen, die mich so selbstlos und aus vollem Herzen unterstützt haben. Ich wage zu behaupten, dass keinem Expeditionsleiter je besser gedient worden ist.

Unser Erfolg war zwei Dingen zu verdanken: ausgezeichnetem Teamgeist und der großartigen Arbeit der Träger, ohne welche die Expedition gescheitert wäre.

Als ich das Komitee bei der Zusammenstellung der Mannschaft beriet, ging ich von einem Grundsatz aus, der sich mir bei vielen Gelegenheiten als nützlich erwiesen hat: nämlich ein jedes Ding zwei Zwecke erfüllen zu lassen. Jedes Mitglied der Mannschaft wurde ausgesucht, um die Verantwortung für eine bestimmte organisatorische oder technische Aufgabe zu übernehmen, und jedes verfügte außerdem über eine bestimmte Eigenschaft, die ihm als Bergsteiger und Gefährten besonderen Wert verlieh.

Es wird sich zeigen, wie erfolgreich dieser Grundsatz war.

Die Mannschaft bestand aus folgenden Mitgliedern:

TOM BURLEY, Major im Königlichen Armee-Transport-Korps RASC. Zuständig für die Versorgung. Wohlbekannt wegen seiner außergewöhnlichen Ausdauer, die er auf vielen Bergen bewiesen hat, und ausgewählt als unser starker Mann. War hoch gewesen. Unterbrach einen Bergsteigerurlaub in den Alpen, um zu uns zu stoßen.

CHRISTOPHER WISH, der Wissenschaftler der Expedition. Ausgezeichnet am Fels. War höher gewesen als die meisten. Gerade von einer erfolgreichen Erstbesteigung in den Anden zurückgekehrt.

DONALD SHUTE, unser Fotograf. Großartig im Eis. War so hoch gewesen wie die meisten. Vor kurzem aus den Rockies zurückgekehrt.

HUMPHREY JUNGLE, unser Funkfachmann und Pfadfinder. War beinahe so hoch gewesen wie die meisten. Wurde aus dem Kaukasus zurückgerufen.

LANCELOT CONSTANT, Diplomat und Linguist. Für die Träger verantwortlich. Eigens wegen seines Taktgefühls und Kameradschaftsgeistes ausgesucht. Von ihm wurde erwartet, dass er hoch hinauskäme. Gerade aus dem Atlasgebirge zurück.

RIDLEY PRONE, Arzt der Expedition und unser Sauerstofffachmann. War hoch genug gewesen. Gerade erst aus dem Himalaja heimgekehrt.